Die alten maltesischen Busse haben sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen einen besonderen Platz im Herzen eingenommen. Sie waren nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein ikonisches Symbol des reichen kulturellen Erbes Maltas. Diese Busse, die vom frühen 20. Jahrhundert bis 2011 in Betrieb waren, waren bekannt für ihre auffälligen und farbenfrohen Außengestaltungen, wobei jede Farbschemata verschiedene Routen und Regionen auf den maltesischen Inseln repräsentierte.
Historischer Kontext
Die Geschichte der maltesischen Busse reicht bis in die frühen 1900er Jahre zurück, als motorisierte Fahrzeuge die Pferdekutschen zu ersetzen begannen. Die ersten Busse wurden um 1905 eingeführt, und in den 1920er Jahren entstand ein strukturierteres öffentliches Verkehrssystem. Die Busse waren oft Second-Hand-Importe, hauptsächlich aus Großbritannien, aber im Laufe der Zeit begannen lokale Handwerker, sie zu modifizieren und zusammenzubauen, wodurch einzigartige maltesische Designs entstanden. Diese Busse wurden zu Leinwänden für Kreativität, mit aufwendigen Dekorationen und unverwechselbaren Farbschemata.
Die Farbschemata
Eine der auffälligsten Eigenschaften der alten maltesischen Busse waren ihre lebendigen und vielfältigen Farbschemata. Jede Busroute hatte ihre eigene spezifische Farbe, die es den Fahrgästen leicht machte, den richtigen Bus zu identifizieren. Dieses System war besonders nützlich in einer Zeit, in der die Alphabetisierungsrate niedriger war und das Lesen von Zielschildern für einige eine Herausforderung darstellen konnte.
1. Valletta: Die Busse, die nach und von Valletta, der Hauptstadt, fuhren, waren traditionell in einem markanten Orange und Creme gehalten. Diese helle Kombination machte sie in den belebten Straßen der Stadt leicht erkennbar.
2. Sliema und St. Julian’s: Die Busse, die die beliebten Touristengebiete Sliema und St. Julian’s bedienten, waren in einem hellen Blau und Weiß lackiert. Diese Gebiete, bekannt für ihre Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Nachtleben, wurden von diesen attraktiv bemalten Bussen gut bedient.
3. Südliche Routen: Die südlichen Regionen, einschließlich Städte wie Birżebbuġa und Marsaxlokk, wurden von Bussen in einer rot-weißen Lackierung bedient. Dieses kräftige Farbschema hob sich in den ländlicheren und weniger dicht besiedelten Gebieten ab.
4. Nördliche Routen: Busse, die in den nördlichen Teil der Insel fuhren, wie Mellieħa und Ċirkewwa (der Fährpunkt nach Gozo), waren oft in einem grünen und weißen Farbschema gehalten. Diese kühlere Farbpalette war vielleicht ein Hinweis auf die üppige Landschaft und die Küstenrouten, die sie durchquerten.
5. Westliche Routen: Die westlichen Routen, die Gebiete wie Rabat und Mdina abdeckten, hatten Busse, die in einem dunkleren Grün mit einem gelben Streifen lackiert waren. Diese Routen bedienten oft die historischen und malerischen Teile der Insel.
6. Gozo: Die Schwesterinsel Gozo hatte auch ihre eigenen unverwechselbaren Busdienste. Die Busse hier waren hauptsächlich grau mit einem roten Streifen, um sie von den Bussen des maltesischen Festlandes zu unterscheiden.
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Design und Modifikationen
Die Farbschemata waren nicht die einzigen bemerkenswerten Merkmale der alten maltesischen Busse. Jeder Bus war einzigartig dekoriert vom Besitzer, oft mit religiösen Ikonen, Familiennamen oder Slogans. Die Innen- und Außendekorationen spiegelten den persönlichen Geschmack und die Überzeugungen der Fahrer wider und machten jeden Bus zu einem Kunstwerk. Diese persönlichen Akzente umfassten:
• Religiöse Ikonen: Viele Busse hatten Bilder von Heiligen, Kruzifixen oder anderen religiösen Symbolen. Maltas starkes katholisches Erbe war in diesen Dekorationen deutlich sichtbar.
• Persönliche Mottos: Slogans wie „Gott segne dich“ oder „In Gott vertrauen wir“ waren häufig und boten den Fahrgästen ein Gefühl der Sicherheit und eine persönliche Verbindung zum Fahrer.
• Handwerkskunst: Die hölzernen Armaturenbretter, Ledersitze und handgemalten Details zeigten das Können und die Hingabe der lokalen Handwerker. Diese Modifikationen wurden oft in lokalen Werkstätten vorgenommen und entwickelten sich zu einem kleinen Handwerkszweig.
Die Fahrerfahrung
Das Fahren eines maltesischen Busses war keine leichte Aufgabe. Die Fahrzeuge waren für ihre Robustheit und Zuverlässigkeit bekannt, aber auch schwierig zu manövrieren, insbesondere auf den engen und kurvenreichen Straßen Maltas. Die Fahrer entwickelten einen Ruf für ihr Geschick und ihren Mut, enge Kurven und steile Hügel mit scheinbarer Leichtigkeit zu bewältigen. Die Busse waren oft überfüllt, und die Rolle des Fahrers ging über den bloßen Transport hinaus; sie waren Gemeinschaftsfiguren, die ihre regelmäßigen Fahrgäste kannten und eine lebhafte Beziehung zu ihnen pflegten.
Das Ende einer Ära
Das Ende der ikonischen maltesischen Busse kam 2011, als das öffentliche Verkehrssystem eine große Überholung erfuhr. Die alte Flotte wurde durch moderne, klimatisierte Busse ersetzt, die von internationalen Unternehmen betrieben wurden. Während diese Änderung notwendig war, um Effizienz, Sicherheit und Komfort zu verbessern, markierte sie das Ende einer Ära. Die neuen Busse, obwohl praktisch, fehlten der Charme und die Individualität ihrer Vorgänger.
Vermächtnis und Erhaltung
Trotz ihrer Außerdienststellung lebt das Vermächtnis der alten maltesischen Busse weiter. Mehrere dieser Vintage-Fahrzeuge wurden von Enthusiasten und Museen erhalten und restauriert. Sie werden bei verschiedenen Veranstaltungen und Festivals präsentiert, wo sie weiterhin Einheimische und Touristen faszinieren. Darüber hinaus bleibt das Bild dieser Busse ein beliebtes Motiv in der maltesischen Kunst und in Souvenirs, was eine nostalgische Verbindung zu einer vergangenen Ära symbolisiert.
Die alten maltesischen Busse waren mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; sie waren ein kulturelles Symbol, ein Zeugnis lokaler Handwerkskunst und ein farbenfroher Faden im Gewebe des täglichen Lebens in Malta. Ihre unverwechselbaren Farbschemata und personalisierten Dekorationen machten sie sofort erkennbar und von allen geliebt, die ihnen begegneten. Während das moderne Verkehrssystem viele Vorteile bietet, sind der Charme und der Charakter der alten Busse unersetzlich, und ihr Andenken lebt in den Herzen und Köpfen der maltesischen Bevölkerung und der Besucher aus aller Welt weiter.
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